Forschungsobjekt

Es ist schon immer wieder spannend, wenn man merkt, dass das eigene unternehmerische Handeln nicht der Norm entspricht – so sehr, dass es zum Forschungsobjekt wird. Erst vor einigen Tagen hatten wir mal wieder wissenschaftlichen Besuch, dieses Mal von der Universität Kassel zum Thema hybride Geschäftsmodelle. Regelmäßig führen wir zudem Interviews mit Studenten für ihre Abschlussarbeiten rund um Innovationen, Skalierbarkeit, Erfolg oder Wissensmanagement. Teilweise ist es ziemlich verwirrend, mit welchen neuen Klassifizierungen und Kategorien dort jongliert wird, um zu erfassen, was Unternehmen im Alltag konkret tun. Wenn dann noch die Frage kommt, wie man selbst sich kategorisieren würde – ohne dass die Kategorien genannt werden – muss man schon etwas schmunzeln – wir denken schließlich per Definition „outside the box“ und eben nicht in Schubladen.

Das eigene Handeln zu reflektieren und „von außen“ zu betrachten ist ohnehin etwas, das wir Menschen eigentlich nur sehr bedingt beherrschen. Deswegen ist der Idealfall, man wird wissenschaftlich begleitet und „beobachtet“. So wie bei der Zeche Westfalen, wo der durch uns begleitete Wandel zur „Green Mine Westphalia“ letztlich in einem Buch mündete: „Herausforderung Strukturwandel und Innovation: Mit dynamischen Wertschöpfungspartnerschaften zu neuen Wettbewerbs- und Beschäftigungsperspektiven“ (Thomas Langhoff (Hrsg.), 2011, Verlag Dorothea Rohn). Derart analytisch und detailliert könnten wir das selber gar nicht erfassen. Wie gut, dass es die Wissenschaft gibt!