Ernährung Beiträge & News von der BE Solutions Unternehmensberatung

In der Kategorie „Ernährung“ finden Sie Infos die wir als Unternehmensberatung zum Thema Ernährung interessant finden. Dazu gehören Unternehmensberatungsinformationen zum Thema Urban Farming & Urban Gardening, Unternehmensberatungsinformationen zum Thema Aquaponik & neue Fischzucht ( Aquakultur) Unternehmensberatungsinformationen zum Thema Abfallmanagement im Sinne einer Cascading Economy und Zero Emission Strategie.

News - Unternehmensberatung - Nachhaltigkeit, Innovation & Regionalentwicklung

Die Wirtschaft wird’s richten – was ist genug?

Ich habe diesen Monat ein Werk von Matt Ridley gelesen, das schon lange im Regal stand: The Rational Optimist. In weiten Teilen ein super recherchiertes Buch, das sehr anschaulich darstellt, dass z.B. „Selbstversorger“ als romantisches Ideal ganz sicher nicht der Realität entspricht, in der die meisten Menschen leben möchten (Eisen und Kupfer selber gewinnen und schmieden? Jeden Tonkrug selber brennen? Viel Spaß…).Der Menschheit geht es heute besser als vor 100, 50 oder 20 Jahren – auch wenn das nicht auf jedes Einzelschicksal zutrifft. Dass es schneller besser sein könnte, ist keine Frage, deswegen ist der Druck vonseiten NGOs und Medien durchaus positiv. Wir haben noch nie so lange, so gesund und so wohlhabend gelebt wie heute – und wir waren noch nie so intelligent, da mit steigendem Lebensstandard auch der IQ steigt. Schon unsere Kinder werden angeblich 130 Jahre alt werden, eine kaum vorstellbare Lebensdauer.Die Grundthese von Ridley lautet, dass menschliches Wirtschaften zu immer mehr Effizienz führt – wir also auch bei den Ressourcen unseres Planeten noch sehr viel Luft für Wachstum haben. Prinzipiell ist das durchaus richtig: heute landet fast 90% unserer Produktion auf dem Müll, da überhaupt von Effizienz zu sprechen ist ein Witz, insofern ist auf alle Fälle Raum, damit z.B. weite Teile der heutigen Bevölkerung, oder auch alle 9 Milliarden, bei denen sich die Menschheit laut Prognosen um 2050 herum einpegeln wird, einen angenehmen, modernen Lebensstandard haben können. Mit Blue Economy versuchen wir gute Beispiele dafür zu etablieren, wie kaskadierende Geschäftsmodelle, die jeden Abfall als Ressource nutzen, profitabel am Markt konkurrieren können. Leuchttürme ziehen meist Nachahmer an, dann klappt der Wandel vielleicht noch etwas schneller.Die große Frage wird sein, ob der ständig steigende Lebensstandard (bis 2100 sollen wir selbst pessimistischen Schätzungen zufolge bis zu 10 mal so wohlhabend sein wie heute!!) halbwegs allen zu Gute kommt, oder ob sich die Schere der Ungleichverteilung weiter spreizt. Eine gewisse Ungleichheit ist ja gut, der Wettbewerb untereinander ist seit Jahrtausenden unser Ansporn, ‚besser‘ zu werden, uns anzustrengen, uns Mühe zu geben. Aber zu viel Abstand führt zu Hoffnungslosigkeit und das wiederum ist bester Nährboden für eine Radikalisierung, wie wir sie in vielen Teilen der Welt inkl. der westlichen Bevölkerung momentan erleben. Daher sollten nachhaltige Geschäftsmodelle stets auch partizipativ angelegt sein und möglichst vielen Menschen Nutzen bringen. Es gilt, sich immer wieder die Frage zu stellen: „Was ist genug?“ Bildnachweis: Map of countries by GDP (nominal) in US$, Autor: Quite vivid blur; CC BY-SA 3.0

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Landwirtschaft – wir sind in den Medien!

Unser Urban Farming Vorhaben TopFarmers macht derzeit große Fortschritte, und so haben wir auch viele Pressebesuche hinter (und vor) uns. Fernsehen, Zeitungen, Radio, alle sind interessiert – und unsere Schüler total aufgeregt und stolz angesichts von so viel Aufmerksamkeit.Dabei ist es doch immer wieder erstaunlich, wie eingeschränkt wir die eigentlichen Potenziale von landwirtschaftlich produzierter Biomasse wahrnehmen. Gemäß typisch linearer Denke sollen Lebensmittel hergestellt werden – oder zur Not auch Kraftstoffe, aber eben entweder oder. Aus einer ökosystemischen Perspektive ist das völlig unsinnig, denn in der Natur ist nahezu alles multifunktional. So wird Biomasse in natürlichen Kreisläufen vollständig genutzt und zersetzt – und genauso geht das auch industriell. Bei uns wird sie bestenfalls zur Düngung untergepflügt oder thermisch verwertet, also verbrannt. Diese einseitige Sichtweise führt dazu, dass in der Zucht versucht wird, die Frucht zu maximieren und den Rest zu minimieren – damit die Pflanze sich auf die vermeintliche Cash Cow fokussieren kann. Natürliche Prozesse werden den Maximen der MBA-Schulen unterworfen – statt vom größten Ökonomen unseres Planeten, der Natur, zu lernen. Das ist entweder pervers oder arrogant – oder beides.Schonmal überlegt, warum Öl so erfolgreich und wichtig für unsere Industrie ist? Weil in den Raffinerien sämtliche Moleküle aus dem Rohöl abgespalten werden und dann zu Treibstoff, Aromen, Silikonen z.B. für Kosmetika uvm. umgewandelt werden. Das ist auch bei Biomasse möglich: wenn wir Holz oder Stroh in ihre Bestandteile aufspalten, ergeben sich ähnlich wie bei Rohöl die Grundzutaten für (Bio)plastik, Treibstoff, Aromen, Dünger, Essigsäure, uvm. Insbesondere wenn Pyrolyse als Teil des Aufspaltungsprozesses verwendet wird, entsteht zudem auch hochwertige Kohle, die essentiell ist, um ausgelaugte Böden wieder mit Kohlenstoff zu versorgen.Gerade Stroh, das zu Milliarden von Tonnen jedes Jahr anfällt, hat also ein enormes Potenzial. Aber auch in weniger komplexen, chemischen Prozessen kann Stroh eine hochwertige Zutat sein: als Baumaterial. Von Dächern über Dämmstoffe bis hin zur Beimengung zu Lehm gibt es jede Menge Einsatzmöglichkeiten, die zum Glück auch wiederentdeckt werden. Landwirte klagen, lange Halme gefährden die Ernte, gerade in Zeiten des Klimawandels mit heftigeren Unwettern – dabei sind traditionelle Lösungen wie kleine Hecken oder gar der Anbau in Pflanzengemeinschaften noch gar nicht so lange her. Warum nur ist das keinem in unserer vermeintlichen Wissensgesellschaft bewusst?Unsere Schüler lernen in unserer Anlage, wie natürliche Kreisläufe funktionieren – sie müssen also das jahrelang antrainierte Schubladendenken verlassen und Systemdenken begreifen. Vielleicht entsteht dadurch in der neuen Generation eine größere Gruppe von Menschen, für die das Denken in  „Kernprodukten“ unsinnig erscheint – und für die Stroh und andere Biomassen nicht riskant bis lästiger Abfall sind, sondern ungeahnte Potenziale bieten. Foto: (c) freeimages-straw-grinder-1444687-m

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Fashion Week goes vegan

In Berlin ist mal wieder Fashion Week, und so haben wir uns in Schale geworfen und sind einer Einladung zur Show von umasan gefolgt, einem veganen Modelabel. Eine tolle Show, sehr künstlerisch und bewegt umgesetzt – und natürlich immer wieder nett, alte Bekannte und neue Kontakte auf solchen Events zu treffen.

Es ist schon erstaunlich, welche Innovationen es teilweise auf dem Markt gibt, um tierische durch pflanzliche Ausgangsmaterialien zu ersetzen – und erfreulich, wenn nicht auf Chemie und Kunststoffe (Erdöl!!) ausgewichen wird. Algen kennen wir ja schon lange, und auch umasan arbeitet mit entsprechenden Algen-Baumwoll-Fasern – hoffentlich ohne den heute oft üblichen Silberfaden, den man häufig in Sportkleidung findet und der nun mit Umweltschutz wirklich gar nichts zu tun hat – und auch wenn Baumwolle als Trägerfaser selbst in bio-Qualität nicht die ideale Umweltbilanz hat. Auch Bambus ist schon seit einiger Zeit als Textil am Markt und als schnellwachsendes Gras ohnehin ein vielseitiges Produkt in diversen Industrien. Aber Buche und andere Hölzer, deren Filamente jeweils mit untoxischen Lösungsmitteln aus dem Zellstoff gelöst werden, waren auch uns neu und könnten ein spannendes Element für Bioraffinerieprojekte sein.

Kritisch sehe ich jedoch Sojaseide. Bislang ist Soja die einzige pflanzliche Proteinfaser für den Textilen Bereich. Zum Vergleich: Seide und Kaschmir sind tierische Proteinfasern, ebenso wie seit einigen Jahren aus Milchresten das Casein gewonnen und zu Fasern versponnen wird. Proteinfasern wirken antibakteriell und temperaturregulierend und gelten als allergikerfreundlich. Sojaseide wird zwar aus dem Trester gewonnen, der bei der Herstellung von Sojaöl übrig bleibt und somit aus einem „Reststoff“ – aber der Anbau von Soja ist für derart viele Umweltprobleme verantwortlich, dass hier das ‘gute Gewissen’ nicht greift. Und dass hier nur nach strengen Standards angebauter bio-Soja zum Einsatz kommt, ist utopisch – das klappt ja schon bei bio-Leder nicht, dass die Kuh dazu tatsächlich vom Biohof stammt. Liebes Team von umasan, da finden wir doch bestimmt eine Alternative?

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Maden oder die Frage: wie fütter ich meinen Fisch?

Und wieder Besuch aus Brasilien – wie schön! Schon vor einigen Monaten waren wir im Gespräch mit Entologics, die versuchen wollen, eine industrielle Madenproduktion für Fischfutter in Südamerika auf die Beine zu stellen. Ein Pilotversuch in Brandenburg auf Basis von Schlachtabfällen vor einigen Jahren verlief leider im Sande, dabei wäre es dringend notwendig, dass Teile der Fischmehlbasis im gängigen Fischfutter durch andere Proteinquellen ersetzt werden. Mehrere Hochschulen forschen intensiv daran, wie auch die Futtermittelhersteller selbst – denn allein die chinesische Garnelenzucht treibt bereits heute die Preise für Fischmehl aus Beifang in die Höhe.

Noch fehlt es an geeigneten Verfahren, den verhältnismäßig hohen Fettanteil der Maden effizient von den hochwertigen Proteinen zu trennen. Dabei sind Maden nur eine Option, allerdings eine sehr vielversprechende, da sie nahezu jeden organischen Abfall verwerten können und zudem tierische Proteine liefern. Aber auch pflanzliche Quellen wie Wasserlinsen, Grundnesseln oder Algen (die natürlich keine Pflanzen sind) werden auf ihre Verwertbarkeit für die Fische untersucht. Aquakulturen können die Meere jedenfalls nur entlasten, wenn es gelingt, die darin gezüchteten Fische ohne Fischmehl zu mästen.

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Blue Economy für 25.000 Inseln?

Inseln sind ein spannendes Aktionsfeld: durch ihre geographische Abgeschlossenheit bilden sie eine klare wirtschaftliche Einheit, Stoff-, Waren- und Geldströme lassen sich klar in “rein” und “raus” unterscheiden. Nachdem im März bereits das indonesische Ministerium für Fischerei und maritime Angelegenheiten bei uns zu Besuch war (Indonesien besteht aus über 17.000 Inseln), begrüßten wir im Juli eine Delegation aus den Philippinen. Die Republik mit ihren mehr als 7.000 Inseln, die miteinander in ständigem Austausch stehen, hat die Komplexität des Themas nochmal sehr klar gemacht.

Wir haben intensiv über die Möglichkeiten nachhaltiger, innovativer Technologien für den Inselstaat diskutiert. Vor allem die Logistik und der Transport von Waren zwischen den Inseln sowie die Möglichkeiten, Landwirten und Fischern Alternativen zum Reisanbau und dem Raubbau in ihren Fischereigründen zu bieten – aber natürlich auch der Energiesektor sowie die Textilindustrie. Unter den vorgestellten Beispielen fanden sich moderne Segelboote, Kleidung aus Algen, Integrated Farming sowie neue Windkraft- und Solarkonzepte. Nun hoffen wir, dass die anwesenden GIZ-Vertreter die Chance nutzen und ihr Programm zur Stärkung ‘grüner’ Wirtschaftsbranchen mit unserem systemischen Blue Economy Ansatz erweitern. Die ersten Rückmeldungen waren sehr positiv, der Besuch sei eine Bereicherung und Inspiration gewesen. Auf dass nun auch Umsetzung folgt!