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Wir und 270.000 Berliner Demonstranten – Alle fürs Klima!

Eine beeindruckende Menschenmasse fand sich letzten Freitag am Brandenburger Tor zusammen und zog gemeinsam durch die Stadt, um ihre Forderungen für den Klimaschutz zum Ausdruck zu bringen. Ursprünglich von den streikenden Schülern weltweit initiiert, kommen immer mehr gesellschaftliche Gruppen dazu – u.a. die Entrepreneurs for Future. Auch unsere Mitarbeiter der BE Solutions ließen die Arbeit ruhen und reihten sich in den Demonstrationszug ein.

Eine Kernforderung der Unternehmer ist eine ganzheitliche Strategie für die Bewältigung des Klimawandels, einen umfassenden Ansatz – nicht diverse Einzelmaßnahmen, sondern einen Rahmen, nach dem sich die verschiedenen Mittel ausrichten.

Der „Große Wurf“ bleibt bisher aus

Das von der Koalition verabschiedete Klimapaket enttäuscht jedoch in dieser Hinsicht. Das Kernelement, die CO2 Bepreisung hat keine erkennbare und dringend benötigte Lenkungswirkung. Im Jahr 2021 werden Zertifikate zu einem Festpreis von 10 Euro pro Tonne CO2 ausgegeben. Im Jahr 2026 soll die Auktionierung der Zertifikate in einem Korridor zwischen einem Mindestpreis von 35 Euro pro Tonne CO2 und einem Höchstpreis von 60 Euro pro Tonne CO2 liegen. Um eine rasche Lenkungswirkung zu erzielen, müsste jedoch nach Meinung der Wissenschaft mit einem Preis von 50 € pro Tonne CO2 eingestiegen werden, welcher dann stetig angehoben würde, um die Wirtschaft zum umsteuern zu animieren. Laut Bundesumweltministerium verursacht eine Tonne CO2 an Folgeschäden für Mensch und Umwelt 180 €. Diesen Preis fordert auch die „Fridays For Future“ Bewegung, da die folgende Generation für diese Kosten aufkommen müssen wird.

Ein CO2 Preis muss natürlich und darauf beruft sich die Bundesregierung aktuell, sozial ausgewogen sein, man befürchte ansonsten ähnliche Reaktion wie in Frankreich durch die „Gelbwesten“. Ob die im Klimapaket angedachten Kompensationen jedoch wirklich die Menschen entlastet, die es wirklich nötig haben, bleibt fraglich.

Viel hilft viel!

Es scheint der kleinste gemeinsame Nenner zu seinen, auf den sich die Koalitionspartner anscheinend einigen konnten. Das heißt nichts Gutes für diese Koalition und geht an den Herausforderungen des Klimawandels vorbei. Was ist mit den Milliarden Subventionen für klimaschädliche Technologien? Wo bleibt die Agrar- und die Mobilitätswende?

Teile des Klimapakets müssen offiziell noch durch den Bundesrat bestätigt werden, die Grünen haben bereits angekündigt, dass sie Nachbesserungen verlangen werden. Wir können also gespannt sein, ob sich noch was bewegt. Verantwortung trägt man aber auch für das, was man NICHT tut, liebe Koalitionspartner!

#AlleFürsKlima

Als Unternehmensberatung schaffen wir in unserem beruflichen Aufgabenfeld nachhaltige, ökologische und soziale Lösungen für unsere Kunden. Wir warten nicht auf die Politik. Veränderungen auf Grundlage politischer Entscheidungen dauern uns prinzipiell zu lange. Wir kümmern uns lieber um konkrete Einzelmaßnahmen.

Globaler Klimastreik am 20.9.2019

Nichtsdestotrotz wollen wir uns am globalen Klimastreik beteiligen und den politischen Entscheidern vor Augen führen, dass auch wir, die Unternehmer, die zögerliche, lobby-getriebene Klimapolitik nicht mehr akzeptieren! Es müssen endlich wirkungsvolle Maßnahmen getroffen werden, um den CO2-Ausstoß signifikant zu verringern und die vereinbarten Klimaziele zu erreichen. Lösungen gibt es, das wissen wir. Jetzt gilt es diese zu fördern und in die Breite zu bringen, statt an Altbewährtem und Gewohntem festzuhalten.

Veränderungen brauchen Entscheidungen

Wir verlangen in solchen Situationen von unseren Kunden immer mutige Entscheidungen, mit Weitblick für die nächsten Jahrzehnte und nicht nur die nächsten 5 Jahre, mit einem ganzheitlichen Blick auf das gesamte System und nicht nur einem Bestandteil. Unsere Kunden sind dazu bereit und gehen mit uns innovative und mutige Veränderungsprozesse! Dasselbe verlangen wir auch von unserer Bundesregierung und zeigen das lautstark mit unserem gesamten Team

am Freitag, den 20. September 2019 beim globalen Klimastreik.

In Berlin tagt an diesem Tag das Klimakabinett zur deutschen Klimastrategie. In New York findet der Klimagipfel der Vereinten Nationen statt. Wir nutzen diese Gelegenheit für unsere Forderung nach einer Umsetzungen einer unverzüglichen und nachhaltigen Klimapolitik.

Wir freuen uns, wenn wir noch mehr Unternehmen dazu ermutigen können, ihre Forderungen öffentlich zu äußern. Seid mit uns dabei!

Mehr Infos unter www.entrepreneurs4future.de

Social Impact Bonds Model -Unternehmensberatung - Nachhaltigkeit, Innovation & Regionalentwicklung

Social Impact Bond – Nachhaltigkeit und innovative soziale Geschäftsmodelle in Unternehmen

Wir greifen nochmal das Thema Nachhaltigkeit und innovative Geschäftsmodelle in Unternehmen auf: viele Unternehmen bemühen sich heute darum, ihre Produkte (und Unternehmenskultur!) so zu gestalten, dass keine oder deutlich weniger Schäden mehr externalisiert, also auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Dadurch werden ihre Produkte meist deutlich teurer, sie müssen sich also an Kunden wenden, die bereit sind, für ein gutes Gewissen einen Aufpreis zu zahlen. Dieser Markt ist begrenzt – und hart umkämpft.

Was ist ein Social Impact Bond ?

Seit einigen Jahren wird nun das Konzept von Social Impact Bonds gepriesen. Die sogenannten sozialen Wirkungskredite funktionieren wie folgt: ein Unternehmer entwickelt ein Konzept, wie ein gesellschaftliches Problem nachhaltiger gelöst werden kann als bisher. Einen jahrelangen Track record voller Erfolge kann er per Definition noch nicht aufweisen, sonst wäre es keine Innovation mehr. Dem Staat spart das neue Konzept, wenn es funktioniert, viel Geld ein. Aber der Staat ist kein Risikokapitalgeber: er möchte nur den Erfolg vergüten. Also gehen soziale Investoren (oft Stiftungen) als Geldgeber ins Risiko. Mit dem Staat wird vereinbart, dass bei Erreichen bestimmter Erfolgskriterien Geld ausgekehrt wird – im Idealfall weniger, als der Staat eingespart hat, so haben alle etwas davon.

Social Impact Bond – Beispiel Betreuungsleistung von Straffälligen

Bleiben wir bei dem Beispiel Betreuungsleistung von Straffälligen: durch die gute Betreuungsleistung einerseits und das Erfolgserlebnis, einen festen Job zu haben, von netten Kollegen umgeben zu sein und sich in die Gesellschaft integrieren zu können soll sich die Rückfallquote der ehemaligen Straffälligen signifikant verringern (sie liegt je nach Zielgruppe bei bis zu 60%). Das spart dem Staat viel Geld, kostet doch allein ein Gefängnisplatz ca. 40.000 EUR jährlich. Im Grund könnte also nach z.B. fünf Jahren eine vereinbarte Teilsumme dieser Ersparnis an das Unternehmen fließen. Die sozialen Investoren müssten ’nur‘ vorfinanzieren und der Staat zahlt nur, wenn er auch spart.

Und das Unternehmen kann aus diesen Geldern die höheren Kosten decken, die es dadurch hat, dass es eben nicht gut ausgebildete, motivierte Bewerber am Markt anheuert sondern Menschen mit einer schwierigen Historie eine zweite Chance gibt.

Social Impact Bond – Lassen Sie uns über Perspektiven in sozialen Geschäftsmodellen sprechen

Leider hat sich die Idee in Deutschland bislang so gut wie gar nicht und auch im Vorreiterland England nur in kleinem Umfang durchgesetzt. Das liegt mitunter daran, dass nur wenige Verbesserungen (und Einsparungen!) so klar messbar sind wie Straffälligkeit oder auch Arbeitslosigkeit. Zudem unterliegen Stiftungen in Deutschland deutlich schärferen Auflagen, wie sie ihr Vermögen anlegen dürfen – sozial-unternehmerische Risiken werden kritischer gesehen als Aktien. Trotzdem wünschen wir uns, dass es bald ein paar Beispiele für Social (oder Öko-!) Bonds in Deutschland gibt, es würde unsere Innovationskraft spürbar stärken.

Bild: (c) Jup (PHINEO) (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Social Impact Bond – Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialer_Wirkungskredit

DIA Nachhaltigkeitsberatung-Innovationsberatung-Regionalentwicklung-Systems Design

Auszeichnung unserer gemeinnützigen Arbeit „Dörfer im Aufbruch“

Unsere Initiative Dörfer im Aufbruch ist ausgezeichnet worden als einer von 100 Orten im Land der Ideen. Ein Preis, der schon von seinem Namen an sich nicht passender sein könnte! Denn wenn wir eins in unserer Non-Profit-Arbeit für die Online-Plattform Dörfer im Aufbruch gelernt haben, dann welch enormen Potentiale im ländlichen Raum stecken – ein Land voller Ideen eben.

Eine gute Idee und engagierte Menschen sind immer die Basis für Veränderung. Oft stecken die Schwierigkeiten jedoch im Prozess: Wie finde ich Mitstreiter? Wer sind die lokalen Stakeholder? Wie binde ich alle Beteiligten möglichst in die Prozesse mit ein? Hierfür benötigen die Akteure z.B. kommunikative und moderative Kompetenzen. Aber auch Grundlagen des Projektmanagements, Konfliktlösungstrategien und Unternehmergeist sind gefragt. Einen Instrumentenkoffer, gefüllt mit Videos von Experten, stellen wir in einem Onlinekurs kostenlos zur Verfügung.

Daneben war uns wichtig, Beispieldörfer zu zeigen, die sich bereits erfolgreich auf den Weg gemacht haben.Sie machen Mut und geben anderen Akteuren Inspiration für ihren eigenen Veränderungsprozess.

Uns und unserem Team des Vereins ZERAP Germany e.V. hat es großes Vergnügen bereitet, diese Starthilfe zu konzipieren und umzusetzen.

Und einen kleinen Ausblick können wir auch schon geben: bis 2020 werden wir diesen Instrumentenkoffer erweitern und so hoffentlich noch mehr Akteure im ländlichen Raum bei ihrem Aufbruch unterstützen.

News - Unternehmensberatung - Nachhaltigkeit, Innovation & Regionalentwicklung

Rolle rückwärts: wie man Glaubwürdigkeit verspielt

Die letzten Monate haben sehr viel Geduld vom deutschen Wähler gefordert – und tun es noch, wenn wir frühstens im März wissen werden, ob eine Regierung zustande kommt. Früher ein für Deutschland undenkbarer Zustand! Nun wird trauriger Weise weiteres Kapital und Glaubwürdigkeit verspielt. Denn die Verhandler für eine Große Koalition haben ganz offiziell den Ausstieg aus den deutschen Klimazielen beschlossen, 40% Reduktion bis 2020 sei nicht mehr zu schaffen. Das verwundert sehr, wurden doch im letzten halben Jahr mehrere Gutachten und Studien vorgelegt, die meisten übrigens von der amtierenden schwarz-roten Regierung finanziert, die besagen, dass wir aus der Braunkohle jederzeit aussteigen könnten, wir müssten lediglich weniger Strom exportieren. (Und das genügt im Wesentlichen, um die Klimaziele zu erreichen…)Da ist also ein großes, sehr schwer greifbares und doch irgendwie symbolisch unglaublich wichtiges Ziel nach Aussage zahlreicher Wissenschaftler und Experten durchaus erreichbar. Man würde Zeit gewinnen, denn wir haben ja festgestellt, dass die kleinteiligen Ansätze, jeden einzelnen Bürger stärker zu motivieren, sich ökologischer zu verhalten (also sein Haus zu sanieren, weniger Auto zu fahren, usw.) nicht kurzfristig und damit nicht schnell genug greifen. Und dann wird dieses Ziel ohne sachliche Begründung einfach über Bord geworfen. Das ist ungefähr so peinlich wie der Diesel-Skandal, den VW ausgelöst hat und der nach Aussage vieler meiner ausländischen Kontakte deutlich am Image „made in Germany“ gekratzt hat.Ich muss sagen, ich war selten so enttäuscht von „denen da oben“ – und selten so entschlossen, „jetzt erst recht“ selber zu handeln. Wer jetzt noch auf gestaltende Impulse für die eigene Zukunft von der Bundesebene wartet, ist selber schuld.  Foto: (c) freeimages: pixelboom